
Donnerstag, 23.02.2012
08.09.2011 | Newsübersicht
Beim Jugendschutz - absolut konsequent handeln
Das Jugendschutzgesetz schreibt ein absolutes Abgabeverbot von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche vor. Zigaretten und andere Tabakprodukte dürfen ebenso wie Spirituosen nur noch an Personen

abgegeben werden, die mindestens 18 Jahr alt sind. Deshalb sind alle Verkaufsstellen für diese Produkte angehalten, in jedem Zweifelsfall das Alter des Kunden zu überprüfen und gegebenenfalls den Verkauf zu verweigern. Gerade die Tabakbranche hat sich voll hinter diese Vorschrift gestellt und ist das Thema über viele Jahre sehr konsequent angegangen. Doch offensichtlich lässt mit der Zeit auch manchmal die Sensibilität des Verkaufspersonals für den Aspekt des Jugendschutzes nach. So wurde kürzlich im Rahmen von Testkäufen durch eine bekannte Tageszeitung ein erschreckend hoher Anteil von Verstößen gegen dieses Abgabeverbot festgestellt - im Lebensmittelhandel, in Tankstellen, an Kiosken, aber auch in Fachgeschäften.
Jugendschutz konsequent einhalten
Es ist davon auszugehen, dass die Unternehmen durch diese Ergebnisse aufgeschreckt wurden und ihr Verkaufspersonal erneut durch klare Anweisungen und Schulungen dazu bringen, den Jugendschutz konsequent einzuhalten. Das gilt auch für Problemsituationen, wie sie jeder aus der Praxis kennt: Vor der Theke staut sich ungeduldig die Kundschaft. Ein junger Mann, dessen Alter man auf ca. 20 Jahre schätzen würde, reagiert zuerst unwirsch auf die Frage nach einem Altersnachweis, dann kramt er minutenlang in seinen Taschen, sagt schließlich, dass er seinen Ausweis nicht dabei hat. In einem solchen Fall nein zu sagen zu einem Verkauf ist schwierig, aber der einzig richtige Weg. Verstöße gegen Abgabeverbot können teuer werden Wenn Ordnungsbehörden Verstöße gegen das Abgabeverbot feststellen, sind hohe Bußgelder (in der Spitze bis zu 50?000 Euro) fällig. Darüber hinaus muss gerade die Tabakwarenbranche, die ohnehin im kritischen Fokus der Öffentlichkeit steht, alles für die konsequente Umsetzung des Jugendschutzgesetzes tun, um nicht öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.
"Eine Verpflichtung für Hersteller und Händler"
Hierzu stellt BTWE-Geschäftsführer Willy Fischel fest: "Jugendschutz ist eine Verpflichtung für Hersteller und Händler. Der tabakführende Einzelhandel hat unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine bundesweite Kampagne durchgeführt. Herstellerspezifische Jugendschutzkampagnen zeigen, dass die Branche ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt. Der Handel investiert in Mitarbeiterschulungen, fragt nach dem Altersnachweis und schützt dadurch aktiv Kinder und Jugendliche. Die Alterskontrolle wird durch Kassensysteme unterstützt. Damit ist der Jugendschutz sicherlich über alle relevanten Sortimente besser geworden, trotzdem ist es eine Daueraufgabe, dafür zu sorgen, dass der Jugendschutz im hektischen Tagesgeschäft nicht zu kurz kommt."
*Zigarettenautomat stabilisiert seine Bedeutung als Nahversorger
Die Sorgenfalten der Automaten aufstellenden Tabakwarengroßhändler sind nicht verschwunden, sie sind aber auch nicht tiefer geworden. Nach Jahren starker Absatzeinbußen als Folge des technischen Jugendschutzes, der nicht nur erfolgreich diese Personengruppe vom Kauf abhält, sondern auch viele erwachsene Raucher aufgrund des zusätzlichen Altersverifizierungsvorgangs zu anderen Vertriebsschienen abwandern ließ, zeichnet sich im aktuellen Jahr eine Stabilisierung des Automatengeschäfts ab. Im Zeitraum Januar bis Juli 2011 bezifferte sich der Absatz über die Automaten auf 5,5 Mrd. Stück Zigaretten, lediglich 0,1 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil lag im Monatsdurchschnitt bei unverändert 11,3 Prozent vom Gesamtmarkt, in den Monaten Mai bi Juli erreichte er jeweils zwischen 11,5 und 12,0 Prozent. Und umsatzmäßig erwirtschaftete die Branche ein kleines Plus.
Geht man den Gründen für die aktuelle Stabilisierung dieses Vertriebswegs nach, stößt man auf mehrere Faktoren:
- Eigene Aktivitäten mit dem Ziel einer verbesserten Convenience-Fähigkeit der Geräte und damit höherer Attraktivität für die Kunden. Vor allem die Ausstattung mit Banknotenlesern entschärfte die problematische Situation mit der individuellen Münzversorgung der Kunden.
- Beherrschung der Vorgänge der Altersverifikation bei den Kunden, allerdings nur bei denjenigen, die dem Automaten auch nach Umrüstung auf diese Technik gelegentlich oder stetig treu geblieben sind.
- Witterungsverhältnisse spielen als Parameter für das Ausgehverhalten und damit auch für den Outdoor-Konsum eine sehr wichtige Rolle. 2011 zählt mit sonnigem Frühsommer und verregnetem Hochsommer eher zu den Durchschnittsjahren.
*Einzelhandel startet Informationsoffensive
Der Handelsverband Deutschland (HDE) startet eine In¬formationsoffen¬sive für den deutschen Einzelhandel. Unter dem Leit¬spruch "Alles fürs Leben" informieren führende deutsche Handelsunter¬nehmen über die vielfältigen Leistungen ihrer Branche. Dabei wollen sie besonders die Be¬deutung des Einzelhandels als verantwortungsbewuss¬ter Arbeitgeber und Wirtschaftspartner hervorheben. Die Informationsof¬fensive geht auf aktu¬elle Entwicklungen und Themen der Branche ein. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser: "Wir befinden uns in einem tiefgrei¬fenden Wandel. Der Nachfrage nach nachhaltigen und zugleich er¬schwinglichen Produkten, nach immer flexibleren Öffnungs¬zeiten oder dem Trend zum Online-Shopping kann sich kein Unterneh¬men entzie¬hen." Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die Leistungen des Einzelhandels als Arbeitgeber, als Wirtschaftsfaktor, Ausbilder, Versorger und als ver¬antwortungsbewusster Teil der Gesellschaft. Dabei berichten reale Mitar¬beiter stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Welt des Handels. Sie sind in An¬zeigen und auf Plakaten, in Publikationen, im In¬ternet und auf Veranstal¬tungen zu sehen. Zielgruppe sind vor allem politi¬sche Entscheidungsträ¬ger. "Der Handel ist zwar ein Leistungsriese, ver¬kauft sich in der Öffent¬lichkeit aber noch immer unter Wert", so Michael Inacker, Leiter Kommu¬nikation, Außenbeziehungen und CSR der Metro AG. "Mit dieser Kam¬pagne treten die Unternehmen erstmals gemeinsam auf, um ihre Branche in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken. Wir wollen viele Händler gewinnen, diese Initiative zu unterstützen."
www.alles-fuers-leben.de
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